HOTEL AMAZONAS


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27.12., 20 Uhr
Wie die Langsamkeit an diesem Ort nach dampfenden Eingeweiden riecht

Mit: Caroline Profanter, Roberta Dapunt

Im Winter schlachten die Bauern die Schweine, die sie ein Jahr lang gefüttert haben. In einem kalten Monat kommt die letzte Stunde für das zufriedene Schwein, dessen Schnauze die Form des Futtertroges schon unzählige Male entlanggefahren ist. Wenn der Schnee den Bauernhof in Friedhofsstimmung einhüllt, fällt das große Tier unter der Hand des Menschen tot um.

Die Soundkünstlerin Caroline Profanter (*1985, Bozen) und die Dichterin Roberta Dapunt (*1970, Abtei) nähern sich an diesem Abend auf je ihre eigene künstlerische Weise einem Thema, das seit Jahrtausenden zum bäuerlichen Leben gehört. Gerne wird es meistens auch dort (abseits des städtischen Sichtfeldes) belassen. Die Beschäftigung mit Tierhaltung und dem Akt des Tötens sowie die Weiterverarbeitung der Tiere ist in einer aseptischen Wohlfühl- und Wellnessgesellschaft tabu. Im Hintergrund arbeitet eine industrielle Maschinerie still in von außen abgeschirmten Todeshallen, damit wir weiterhin bequem Tonnen von zerlegten Tieren verzehren können - ohne klaffende Wunde, ohne Schuld, ohne die Erfahrung eines Rituals des Übergangs, ohne Blut und ohne Bewusstsein. Dem arbeitet die Kunst entgegen. Profanter improvisiert musikalisch und experimentell nach Feldforschungen vor Ort, Dapunt liest aus ihrem Werk „Nauz“ (2012 im Folio Verlag erschienen) sowie weitere Texte.

Ab 19 Uhr open kitchen & bar
Beginn Konzert und Lesung: 20 Uhr
Ort: Hotel Amazonas, Unterwangen 18, 39054 Ritten
Eintritt: freiwillige Spende

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PAST

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Hotel Amazonas im August: Kino unter Palmen

An zwei Abenden im August zeigt Hotel Amazonas die unterschiedlichen Arbeiten eines Filmpaares, das auf besondere Weise mit dem Ort der Kinoprojektion verbunden ist.

Die Filmemacherin Veronika Kaserer, die auf dem Aspmayrhof aufgewachsen ist und derzeit in Berlin lebt, begegnet in ihrem aktuellen Dokumentarfilm “Überall wo wir sind” einem schwerkranken jungen Tanzlehrer und seinem Umfeld in der intensiven Zeit vor und nach seinem Tod.
Der deutsche Regisseur Jan Zabeil begibt sich in seinem Spielfilm “Der Fluss war einst ein Mensch” auf eine spannende Reise nach Afrika, bei der sich der Protagonist zunehmend in der für ihn fremden Kultur verliert. Im Anschluss an die Filme findet jeweils eine Publikumsdiskussion mit den FilmemacherInnen statt.

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10.08., ab ca. 21 Uhr
ÜBERALL WO WIR SIND (D/I 2018)
Buch/Regie: Veronika Kaserer

Heiko, 29, ein lebensfroher Tanzlehrer aus Berlin, kämpft seit 7 Jahren mit einer tödlichen Krankheit. Als sich die Familie und seine Freunde daran gewöhnt haben, dass Heiko allen Prognosen zum Trotz einfach immer weiterlebt, kommt er zum Sterben nach Hause. Aber auch jetzt geben Heiko und vor allem sein Vater Jürgen die Hoffnung auf ein Wunder nicht auf und nähren diese täglich. Im Gegensatz dazu versucht seine Mutter Karin ihn auf den kommenden Tod vorzubereiten und ihrem Sohn von ihrer Nahtoderfahrung zu erzählen, findet aber nicht den passenden Moment. Denn Tag und Nacht drängen sich viele liebende Menschen um Heikos Bett, um die letzten Wochen in seiner Nähe zu verbringen, gemeinsam zu weinen und auch herzhaft zu lachen. Heikos Schwester fühlt sich zunächst von ihm ungeliebt, stürzt sich auf Organisatorisches und findet letztlich seine ganz besondere Nähe, während sein analytisch denkender bester Freund in Heikos Tod im buddhistischen Sinne „so etwas Ähnliches wie ein Geschenk“ zu sehen beginnt.

Kompass-Perspektive-Preis Berlinale 2018

Länge: 94 min., Originalton (Deutsch) mit englischen Untertiteln
Die Regisseurin ist anwesend. Publikumsgespräch im Anschluss. Moderation: Jan Zabeil

Ab 19 Uhr: Küche offen
Bei Regen wird der Film in der Stube projiziert. Limitierte Plätze – wir bitten um Verständnis.
Eintritt: freiwillige Spende

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17.08., ab ca. 21 Uhr
DER FLUSS WAR EINST EIN MENSCH (D 2011)
Buch/Regie: Jan Zabeil

Eine Tour de Force durch den afrikanischen Okavango-Sumpf, die die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentarfilm verschwimmen lässt

Ein junger Deutscher (Alexander Fehling) reist in einem afrikanischen Land. Am Ufer eines Flusses begegnet er einem alten Fischer, der ihn in seinem Holzboot tief in die Wildnis mitnimmt. Am nächsten Morgen findet er sich allein in einem schier endlosen Flussdelta. Es beginnt ein intimer Kampf mit dem Tod, mit seinen Ängsten und der eigenen Wahrnehmung. Nach tagelangem Umherirren gelangt er in ein Dorf fern der Zivilisation, doch seine Odyssee nimmt kein Ende. Immer mehr verliert er die Kontrolle in den Unwegbarkeiten einer fremden Kultur.

Länge: 83 min., Originalton (Deutsch) mit englischen Untertiteln

Der Regisseur ist anwesend. Publikumsgespräch im Anschluss. Moderation: Veronika Kaserer

Ab 19 Uhr: Küche offen
Menü zum Film: Alles außer Paprika!

Eintritt: freiwillige Spende
Bei Regen wird der Film in der Stube projiziert. Limitierte Plätze – wir bitten um Verständnis.

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30.6.2018
FAUNA + DJ HAUSWEIN live

FAUNA

Was Diedrich Diederichsen den “Sound of Snowden” nennt, findet in den Live-Sets von Rana Farahani aka FAUNA eine lokale Manifestation. Die Sounds und Lyrics der in Wien lebenden Produzentin sind von aktuellen persönlichen oder politischen Ereignissen inspiriert. Mit ihrer Musik bezieht Rana Farahani so Position und bringt soziale Versatzstücke in avantgardistischen Beats und von Rap, Hip Hop und Bass Musik inspirierten Tracks unter. Unter ihrem zweiten Pseudonym Ranah Geist produziert sie von EBM und Dark Wave beeinflusste Tracks.

Quello che Diedrich Diederichsen chiama "Sound of Snowden" trova una manifestazione locale nei live set di Rana Farahani aka FAUNA. I suoni e i testi della produttrice con sede a Vienna sono ispirati agli attuali eventi personali o politici. Rana Farahani prende posizione con la sua musica e mette componenti sociali in ritmi d'avanguardia e brani ispirati al rap, all'hip hop e alla musica per basso. Sotto il suo secondo pseudonimo di Ranah Geist, produce tracce influenzate da EBM e Dark Wave.

Listen here: https://soundcloud.com/fauna

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DJ HAUSWEIN

Photo: Apollonia T. Bitzan

DJ Hauswein aka VITAMIN Z aka BADMON ZZ aka Zxhrx Khxn ist eine irisch-pakistanische Künstlerin, DJ und Veranstalterin der Common Contact Events. Als DJ ist sie tief mit der Hip-Hop Kultur verbunden und überzeugt in ihren Sets auch mit Gespür für zeitgenössische und zukünftige Clubgenres. Inspiration sucht sich DJ Hauswein oft mitten im Partygeschehen. Mit ihren grenzüberschreitenden, schmutzigen Sounds sorgt sie bei einer tanzenden Crowd für Partystimmung.

DJ Hauswein aka VITAMIN Z aka BADMON ZZ alias Zxhrx Khxn è un artista irlandese-pakistana, DJ e organizzatrice di Common Contact Events. Come DJ, è profondamente coinvolta nella cultura hip-hop e convince nei suoi set anche con un talento per i generi di club contemporanei e futuri. DJ Hauswein cerca spesso ispirazione nel mezzo delle feste. Con i suoi suoni sporchi e transfrontalieri crea una voglia di party tra una folla danzante.

https://soundcloud.com/jesuiz

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5.5.2018
Inner Mountains

Der Körper ist der Behälter für die Unendlichkeit, die Falten und Ebenen, die massiven Höhen und verschlungenen Pfade im inneren psychischen Raum des Menschen.
Im Mai gehen wir mit vier KünstlerInnen auf Entdeckungstouren durch mentale, emotionale Welten, wo Türen zum menschlichen Innenleben einen Spalt aufgehen, um gleich wieder vom Windstoß des Rätsels verriegelt zu werden. Wir verlassen Komfortzonen des vermeintlich Bekannten und einfacher Deutungen. Das Bewusstsein ist dehnbar. Malerei, Skulptur, Sound und Installation treffen auf Naturräume, die genauso wie ein Spiegel Bilder der menschlichen Seele zurückwerfen.

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Montagne interne

Il corpo è il contenitore dell’infinità, di rughe e piani, di altezze enormi e percorsi intricati nello spazio interno psichico dell'uomo.
A maggio faremo un tour esplorativo di mondi mentali ed emotivi con quattro artisti, in cui le porte della vita interiore umana si aprono per un momento prima che saranno nuovamente serrate dalla ventata dell'enigma. Lasciamo le zone di comfort del presunto conosciuto e delle interpretaziani semplici. La coscienza è elastica. Pittura, scultura, suono e installazione incontrano spazi naturali che, come uno specchio, riflettono immagini dell'anima umana.

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CLARA MAYR (IT)
DIEGO PERATHONER (IT)
MARTA VOVK (DE)
Ausstellung * Mostra * Exhibition

Ab * dalle ore * starting from 18 Uhr
Rundgänge * giri * tours: 18.15, 19.15

ore 19.30 Uhr: Küche offen * cucina aperta * kitchen open

ASFAST (AT) LIVE
Konzert * Concerto * Concert
ore 21 Uhr

Danach * dopo * afterwards: Auflegerei * DJ + DJanes

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Asfast

In seiner Arbeit begibt sich Asfast aka Leon Leder auf Erkundung der Grenze zwischen elektronischer Musik, die im Clubumfeld gespielt wird, und jener, die fürs mitten im Nirgendwo produziert wird. Mit Field Recordings, Aufnahmen von Instrumenten sowie digitalen und analogen Soundprozessoren liegt Asfasts Fokus auf der Produktion von Sound, der auf seine Art reduziert ist, aber gleichzeitig auf sein Maximum gebracht wird.

Nel suo lavoro, Asfast alias Leon Leder, cerca di esplorare il confine tra musica elettronica suonata in un club e musica elettronica prodotta per il bel mezzo di nulla. Utilizzando field recordings, registrazioni di strumenti e processori audio digitali e analogici, l'attenzione di Asfast si basa sulla produzione di suono che è in un modo ridotto ma portato al massimo allo stesso tempo.

In his work, Asfast aka Leon Leder, tries to explore the border between electronic music played in a club and electronic music produced for the middle of nowhere. Using field recordings, instrument recordings, as well as digital and analogue sound processors, Asfast´s focus lies on producing sound, that is in a way reduced but brought to its maximum at the same time.

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Loose Residency:
Diego Perathoner

Drei Leute unterhalten sich über die Möglichkeit eines Kunstwerkes, und darüber, was es bedeuten könnte. Einer, der Künstler, sagt, wie er zur Form gekommen ist. Der andere, ein Kritiker, meint die psychologischen Gründe ausfindig zu machen, warum der Künstler diese Form gewählt hat. Der Dritte betrachtet das Werk aus der Distanz des Unbeteiligten, scheinbar objektiv.
Diego Perathoner schafft für Hotel Amazonas ein rätselhaftes Objekt in Form eines Pyritkristalls im Naturraum. Es bringt die inneren Widersprüche bei der Schaffung eines Kunstwerkes spielerisch zur Sprache. Wie ein gewitzter Agent legt er verschiedene Fährten zur Deutung seiner Arbeit, deren Ausgang schlussendlich offen bleibt, dem bzw. der Betrachterin sowie dem Lauf der Zeit überlassen.

Tre persone parlano della possibilità di un'opera d'arte e cosa potrebbe significare. Uno, l'artista, dice come ha trovato la forma. L'altro, un critico, pensa di poter trovare i motivi psicologici per cui l'artista ha scelto questa forma. La terza persona vede il lavoro dalla distanza dell’estraneo, apparentemente oggettivo.
Diego Perathoner crea per Hotel Amazonas un oggetto misterioso nella forma di un cristallo di pirite nello spazio naturale. Parla in modo ludico delle contraddizioni interne nella creazione di un'opera d'arte. Come un agente disincantato, pone diverse tracce per l'interpretazione del suo lavoro, il cui risultato rimane aperto, lasciato allo spettatore e al passare del tempo.

Three people talk about the possibility of a work of art, and what it could mean. One, the artist, says how he found its form. The other, a critic, thinks he can find the psychological reasons why the artist chose this form. The third person views the work from the distance of the bystander, seemingly objective.
Diego Perathoner creates for Hotel Amazonas a mysterious object in the form of a pyrite crystal in the natural space. It playfully brings up the inner contradictions in the creation of a work of art. Like a clever agent, he lays different tracks for the interpretation of his work, whose outcome remains open, left to the beholder and the passage of time.

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Loose Residency:
Clara Mayr

Erahnen des Selbst. Auf der Jagd nach dem Unausgesprochenen. Gefühlt – ungesagt.
Bisses net isch, isches net gsog.
Wenn sie net hinten noch hinketn, rennetn sie voraus.

Intuire il sé. Nella caccia al non detto. Sentito - non detto.
Finchè non è, non è detto.
Se non fossero rimasti indietro, sarebbero corsi avanti.

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26.4. – 6.5.2018
Artist in Residency: Marta Vovk

Kawaii Cat - In memory of my social life

Marta Vovk arbeitet mit Malerei, Zeichnung und Installation. Inhaltlich bewegt sich die Arbeit zwischen biografischer, befindlichkeitsfixierter Selbstdarstellung und soziokulturellen Verweisen. Popkulturelle Elemente und Fragen des modernen, überforderten Ichs gehen Hand in Hand. Somit entsteht ein assoziatives Wechselspiel zwischen der Banalität des Alltags und dem Wunsch nach Selbstoptimierung: infantile Netzkultur und ihre niedlichen Kätzchen treffen auf die große Depression.

Marta Vovk lavora con la pittura, il disegno e l'installazione. In termini di contenuto, il lavoro si muove tra autorappresentazione biografica e fissata sul stato d’animo e riferimenti socio-culturali. Elementi culturali pop e domande dell’ego moderno e sovraccarico vanno di pari passo. Ciò crea un'interazione associativa tra la banalità della vita di tutti i giorni e il desiderio di auto-ottimizzazione: la cultura della rete infantile e i suoi simpatici gattini incontrano la grande depressione.

Marta Vovk works with painting, drawing and installation. In terms of content, the work moves between biographical, mood-fixed self-representation and socio-cultural references. Pop cultural elements and questions of the modern, overburdened ego go hand in hand. This creates an associative interplay between the banality of everyday life and the desire for self-optimization: infantile net culture and its cute kittens encounter the great depression.

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5. - 11.03.2018
Künstler in Residency:
David Schweighart

10.03.2018, ore 20 Uhr * 8pm
DAVID SCHWEIGHART AKA SCHRECKEN LIVE

Mit ‘no bird singing - yet more quiet’ legt der mehr als Kollaborateur bekannte David Schweighart (Loose Lips Sink Ships, Shrack!, …) erstmals ein eigenständiges Werk vor: 9 sehr unterschiedliche Stücke, manchmal schwer wie Rotwein, manchmal wie ein Countrysong aus dem Maschinenraum oder Rockmusik nach dem Reißwolf, doch stets eher dunkle Farben, denen meist etwas Besinnliches innewohnt. Der Schrecken in Schweigharts Liedern ist wohl eher ein zarter, der unter der Melancholie seiner Lieder mitzittert und in den eigenen Untiefen widerhallt, aber deshalb auch umso erschütternder. An diesem Abend wird er seine Lieder in ihrer ursprünglichen Form, alleine mit Gitarre und Stimme präsentieren.

Il musicista David Schweighart che è più conosciuto come collaboratore (Loose Lips Sink Ships, Shrack!, ...) lancia per la prima volta un'opera indipendente dal titolo 'no bird singing - yet more quiet': nove pezzi molto diversi, a volte pesanti come il vino rosso, a volte come una canzone country dalla sala macchine o la musica rock allo porcospino, ma sempre colori piuttosto scuri, che di solito contengono qualcosa di contemplativo. L'orrore (“Schrecken”) nelle canzoni di Schweighart magari è tenero, che trema sotto la malinconia delle sue canzoni e echeggia nei loro propri abissi, ma quindi ancora più sconcertante. In questa serata presenterà le sue canzoni nella loro forma originale, da solo con la chitarra e la voce.

With 'no bird singing - yet more quiet' David Schweighart, who is known more as a collaborator (Loose Lips Sink Ships, Shrack !, ...), presents for the first time an independent work: 9 very different pieces, sometimes heavy like red wine, sometimes like a country song from the engine room or rock music past the shredder, but always rather dark colors, which usually contain something contemplative. The horror (“Schrecken”) in Schweighart's songs is more a tender one, which shivers under the melancholy of his songs and echoes in its own shallows, but therefore all the more shattering. On this evening he will present his songs in their original form, alone with guitar and voice.

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12. - 26.02.2018
KünstlerInnen * Artists * Artisti in Residency:
Melanie Bonajo, Joost Benthem

22.02.2018, ore 19 Uhr * 7pm
MELANIE BONAJO REBIRTH BED PARTY

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